Flöhe

Der Floh

Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen die Flöhe in ihrer Jugendzeit, entweder als Ei, Puppe oder Larve, daher ist der größte Teil einer Floh-Population noch nicht erwachsen.

Erst ausgewachsene Flöhe suchen ihre Wirte wie Katzen und Hunde. Die Flöhe befinden sich nicht nur am Haustier selbst, sondern auch im Umfeld und in der Wohnung und müssen daher an allen Orten parallel bekämpft werden. Flöhe verursachen nicht nur juckende Bisse, sondern können auch viele Krankheiten übertragen, z.B. Typhus oder andere Parasiten wie Bandwürmer. Der am meisten verbreitete Floh ist der Katzenfloh (Ctenocephalides felis), der auch andere Tiere wie Hunde befällt. Aus einem weiblichen Floh können bei guten Bedingungen in einer Saison bis zu 30.000 Nachkommen entstehen. Viele Millionen Jahre Überlebenskampf haben den Floh zu einem wahren Überlebenskünstler gemacht, gegen den der Mensch nie gewinnt, sondern nur durch ständige Wachsamkeit die Zahl der Gegner niedrig halten kann.

Es gibt über 2.500 verschiedene Floharten. Flöhe sind etwa 1-2 mm lang, flügellos, flach, rot-braun bis braun-schwarz und besitzen eine harte Schale. Diese ist so hart, dass ein Floh nicht wie andere Insekten totgeschlagen werden kann. Die Beine und der Körper sind mit rückwärts gerichteten Borsten besetzt. An den Enden jeder der 6 Beine befinden sich Krallen, mit welchen sich der Floh an Säugetieren festklammert. Da der Floh flach ist, kann er problemlos zwischen den Haaren seines Wirts umherspazieren. Der Floh hat zwei einfache Augen und zwei kurze Fühler. Er springt ohne Probleme bis zu 40 cm hoch und kann bis zu 100 mal schneller beschleunigen als jeder Rennwagen. Mit seinem sägezahnartigen, nadelförmigen Kiefer schneidet er sich den Weg durch die Haut seines Wirts, um das Blut der Säugetiere zu saugen. Flöhe trinken etwa das 15-fache ihres Körpergewichtes an Blut und sie werden durch Wärme, Bewegung und Kohlendioxyd angelockt.

Flohbefall – was tun?

Flöhe sind in der Kleintierpraxis in Deutschland wohl die häufigsten Parasiten. Etwa 80% aller Patienten, die mit Hautproblemen in der Tierarztpraxis vorgestellt werden, haben ein Flohproblem. Flöhe kommen sehr häufig vor, übertragen Bandwürmer (Dipylidium caninum) und verursachen häufig Hautkrankheiten.

Dabei sind Flöhe nicht so sehr wirtsspezifisch, das heißt Katzenflöhe kommen beim Hund vor, Hundeflöhe auf Katzen (selten) und Menschenflöhe auf dem Hund. Andere Flöhe (von Igeln, Kaninchen, Ratten ….) kommen seltener vor. Tierflöhe können auch Menschen befallen und dort Blut saugen.


Flohzyklus

Der Flohzyklus dauert, abhängig von den klimatischen Bedingungen, 3 Wochen bis 2 Jahre!

Das Flohweibchen legt auf dem Wirtstier (Hund, Katze) 3- 18 Eier, ab, die sich in mindstens 3 Wochen Entwicklungszeit zum erwachsenen Floh weiterentwickeln. Ein Flohweibchen kann 1-2 Jahre alt werden und in dieser Zeit 500 Eier legen!

Erwachsene Flöhe können bis zu 3 Monaten ohne Nahrung (Blut) außerhalb des Wirtes überleben. Etwa 95% der Flöhe und Jugendformen leben in der Umgebung des Tieres!

Direkte Schadwirkung

Hunde zeigen bei Flohbefall häufig Juckreiz, besonders stark im Bereich vor dem Schwanzansatz und an den Hinterbeinen .Katzen lecken sich stärker, manchmal exzessiv. Bei manchen Katzen zeigen sich Symptome erst bei sehr starkem Flohbefall. Selten kann es bei Massenbefall zur Blutarmut kommen.

Allergie durch Flohspeichel

Häufig entwickelt sich bei Hund und Katze eine Flohspeichelallergie. Hunde zeigen dann eine Hautentzündung v.a im Bereich der Kruppe, der Hinterbeine und Bauchunterseite. Die Haut zeigt rote Papeln, Haarlosigkeit und wird bei längerer Dauer schwarz und lederartig.

Katzen zeigen oft Krüstchen im ganzen Fell, vermehrt auch im Kopf- und Rückenbereich.
Manchmal führt das starke Lecken bei Katzen auch zur Haarlosigkeit an Bauch und Flanken oder zu stark juckenden Hautveränderungen auf dem Kopf vor den Ohren.



Diagnose

Der Nachweis eines Flohbefalls  ist eigentlich ganz einfach. Flohstiche jucken ziemlich stark, also wird sich der Hund kratzen und manchmal sogar beißen. Da dieses Verhalten auch andere Gründe haben kann, sollte man es zum Anlass nehmen, auf der Haut des Hundes nach den charakteristischen Spuren der Flöhe zu suchen. Kleine schwarze Krümel, die meistens lose auf der Haut liegen, sind entweder Dreck oder Flohkot. Um dies zu unterscheiden, lässt man einige dieser schwarzen Krümel auf ein weißes Blatt Papier fallen und feuchtet das Papier leicht an. Wenn die Krümel jetzt rot auslaufen, dann handelt es sich um Flohkot.

Behandlung

Flöhe sind aufgrund Ihrer Biologie (lange Persistenz, v.a. in der Umgebung des Tieres) und ihrer zunehmenden Resistenz gegenüber vielen Medikamenten schwer in den Griff zu bekommen. Daher ist es ratsam das Tier schon vor dem Befall zu schützen.
Bei Tieren, die sich im Haus aufhalten, ist es besonders wichtig, außer den Flöhen auf dem Tier auch die Jugendformen (Eier, Puppen, Larven) außerhalb der Tiere in ihrer Umgebung (Wohnung, Zwinger, Box) zu bekämpfen.
Auch die Natur bietet uns vielfältige Möglichkeiten unsere Tier angemessen zu schützen. In der Regel sind diese natürlichen Abwehrmaßnahmen mit einem kleinen Mehraufwand verbunden, aber durchaus wirksam und darüber hinaus um ein vielfaches verträglicher für Tier, Mensch und Umwelt.